Kunstverein Hannover Kunstverein Hannover Stufen zur Kunst

Heike Mutter und
Ulrich Genth

In ihren nach den spezifischen örtlichen Zusammenhängen ausgerichteten Projekten thematisieren Heike Mutter und Ulrich Genth den (halb-)öffentlichen Raum als ein vielfältig bestimmtes Spannungsfeld. Dabei kennzeichnet ihre künstlerischen Interventionen ein spielerisch-ironischer wie subversiv-kritischer Charakter. Mittels subtilen Verweisen und partizipatorischen Elementen gelingt es dem Künsterduo, Irritationen zu erzeugen und den Blick auf topografische, kulturgeschichtliche, gesellschaftliche Gegebenheiten zu lenken und damit neu zu justieren – wie etwa bei dem Arrangement mit Kran, Spiegel, Fackelträger

und Stabilé das 2009 im Rahmen von Neulicht am See am Nordufer des Maschsees platziert war.Vor der auf einer hohen Säule befindlichen Bronzeplastik Fackelträger (1936) von Hermann Scheuernstuhl, die bis heute aufgrund ihrer NS-Bezüglichkeit kontrovers diskutiert wird, positionierten Mutter und Genth mittels eines mobilen Baukrans in luftiger Höhe einen Spiegel, in dem die symbolgeladene Skulptur je nach Perspektive mal nachdenklich, mal entrückt erschien. Eine leichtfüßige Intervention, die den ambivalenten Blick auf den grüßenden Jüngling zugleich offenlegt und kommentiert. Im Mittelpunkt einer abendlichen Intervention im Rahmen eines Blind Dates 2010 im Kunstverein Hannover standen wiederum die Interaktion der Besucher und das gemeinsame Aufspüren von Mechanismen.